Konsensusgruppe Adipositasschulung
für Kinder und Jugendliche e. V.
Körperwahrnehmung

Körperwahrnehmung und Erfahrung sind zentrale Elemente um eine veränderte und realistische Sicht über sich selbst und den eigenen Körper zu gewinnen. Kinder und Jugendlich mit Übergewicht kennen ihre Körpergrenzen ungenau und sie fühlen sich im Alltag ganz besonders im Sport, handlungsunfähig. Die Schulungsteilnehmer können die Erfahrungen mit dem eigenen Körper erst dann emotional und kognitiv bewerten, wenn sie Bewegung und Sport bewusst erleben.
Deshalb müssen die angebotenen Übungen einen so reizintensiven Charakter besitzen, dass die Teilnehmer Veränderungen an ihrem Körper unmittelbar erleben und beschreiben können. Den Bewegungsdrang nutzend sollen die Schulungsteilnehmer durch Sport, motorische und psychomotorische Trainingselemente schrittweise wieder an eine realistische Körpererfahrung geführt werden. Positive Erfahrungen mit dem Körper stellen dabei eine unverzichtbare variable für eine dauerhafte Beschäftigung für Sport und Bewegung dar. Die Bausteine sind „Körperwahrnehmung bei körperlicher Belastung“ und „Körperwahrnehmung in Ruhe und Entspannung“

Training motorischer Beanspruchungsformen

 Im Vergleich zu gleichaltrigen, normalgewichtigen Kindern, zeigen adipöse Kinder häufig Defizite in den motorischen Beanspruchungsformen wie Koordination, Kraft, Beweglichkeit und Ausdauer. Diese Defizite sollten kompensiert werden, um einen aktiven Lebensstil, sowie eine Beteiligung an sportlichen Aktivitäten dauerhaft zu sichern, und um auf die Durchführung entsprechender Sportarten vorzubereiten. Ein isoliertes Training einer Hauptbeanspruchungsform ist in der Regel nicht sinnvoll und auch nicht möglich. Vielmehr findet ein Training mehrerer Hauptbeanspruchungsformen unter Einbezug vielfältiger Bewegungs-, Spiel-, und Übungsformen statt, wobei Schwerpunkte auf einzelne Bereiche gelegt werden. Das Training muss in der Belastung variieren und inhaltlich attraktiv sein, um die Teilnehmer zu motivieren.