Konsensusgruppe Adipositasschulung
für Kinder und Jugendliche e. V.
„Angefangen hatte es damit, dass ich 1999 als "No-Name" den Mut fand, drei Minuten vor Ende der AGA- Mitglieder-Versammlung meinen vom Vorsitzenden vergessenen Antrag darzustellen, eine Arbeitsgruppe zu gründen, die sich mit einer gemeinsamen, von allen getragenen Adipositasschulung befassen soll. Der Begriff Schulung war zwar für Diabetes, Asthma und Neurodermitis bekannt, hatte sich aber im Bereich Adipositas noch nicht so verständlich durchgesetzt. Von den AGA- Mitgliedern hatten sich in den wenigen Minuten dieser Sitzung 30 Personen gewinnen lassen, die dann im Herbst 1999 in Würzburg die KgAS gründeten und das feucht fröhlich im Weinkeller Würzburg feierten.

Zu der Gründung kam noch das Glück, dass einige Firmen etwas gespendet hatten und wir so die Kosten für die ersten Treffen verringern konnten. Durch die nun folgenden Treffen wurden Leute zusammengeführt, die sich bis dahin noch nicht kannten oder noch Berührungsängste hatten. Dies führte zu einer Atmosphäre der Offenheit und der Bereitschaft, Erfahrungen und Kenntnisse abzugeben ohne die sonst bekannte Begrenztheit der eigenen Interessen und der zugehörigen Institutionen. Es war für eine kurze Zeit gelungen, vielen hochfähigen Leuten ihr Wissen abzuluchsen und dies in eine gemeinsame Fassung zu bringen. Dank auch an unsere Synthesegruppen mit Rainer Stachow und Thomas Lob. Ein besonderer Dank gilt Andreas van Egmond-Fröhlich, dessen Leistungen für die Adipositasschulung unschätzbar wertvoll sind. Vielleicht würde eine so ideelle Arbeit heute schon wieder nicht mehr funktionieren.

Die Aufbruchstimmung war so groß, dass auch viele von uns Fahrtkosten und Zeit aus ihren eigenen Ressourcen beigesteuert haben. Normalerweise würde die Arbeitsleistung der KgAS unbezahlbar gewesen sein. Ich bin tatsächlich sehr viel in Deutschland herumgefahren und habe versucht viele Leute immer wieder zu motivieren oder Kassenpartner zu finden sowie auch den aid und jetzt den MDS. Das war oft ganz schön zeitaufwändig und zäh.

Ich hoffe, dass die Anerkennung für die weitere Arbeit der KgAS förderlich ist, da sie als KgAS nun offiziell anerkannt ist und den Therapiepreis der DAG als gesamte Arbeitsgruppe verdient hat. Vielleicht bringt uns das auch weiter in der Arbeit mit den Krankenkassen und MDKs. Gerade hier braucht die KgAS diesen Rückenwind, und den sollten wir diesen Institutionen gegenüber auch anwenden und vorzeigen.

In die Zukunft geblickt ist die Ehrung auch ein Signal für die Schwerpunktsetzung der DAG in den Kinder- und Jugendbereich hin, sie möchte sich vielleicht mehr für Kinder einsetzen aus der Einsicht, dass hier eine große Anforderung der präventiven Arbeit liegt und vielleicht wirksamer sein kann als in der Lebenszeit der Erwachsenen.“